Rau sagte, er sei „überwältigt“ von dem Ergebnis. Er sieht es allerdings auch als Verpflichtung an, nun die Probleme der Stadt anzugehen. Viele in Rheinsberg hatten Jan-Pieter Rau als Favoriten einer Stichwahl gesehen. Nur wenige glaubten aber, dass er es schon im ersten Wahlgang mit einem derart deutlichen Ergebnis schaffen würde. Zwei Dinge waren wohl entscheidend für den Wahlsieg: Als gebürtiger Rheinsberger ist Rau, der sein Amt nächste Woche antreten will, in der Stadt bekannt. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Kammeroper Schloss Rheinsberg, war von 1998 bis 2003 Stadtverordneter und ist Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. Und er ist studierter Verwaltungswissenschaftler. Bis jetzt arbeitete er als Personalamtsleiter, Büroleiter des Bürgermeisters und Antikorruptionsbeauftragter in der Kreisstadt Neuruppin.
Das kam an. Es gibt seit langem deutliche Kritik an der Arbeit der Stadtverwaltung. Erst vor Kurzem stellte eine Beratungsfirma fest, dass sie bei der Einführung der doppelten Haushaltsführung Doppik ziemlich hinterherhinkt. Zudem ist das Verhältnis zwischen der Verwaltung und der Stadtverordnetenmehrheit aus CDU, dem gleichstarken Bürgerbündnis und einer Fraktion aus zwei Wählergemeinschaften und der FDP seit Jahren angespannt.
Bei der Bürgermeisterwahl in Spremberg (Spree-Neiße) wurde Amtsinhaber Klaus-Peter Schulze (CDU) für weitere acht Jahre im Amt bestätigt. In Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) wurde Roland Pohlenz von den Unabhängigen Bürgern neues Stadtoberhaupt. Der vom Ausgang der Wahl überraschte Pohlenz hatte erwartet, sich mit der Konkurrentin von der Linkspartei ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu liefern. In der Gemeinde Seddiner See (Potsdam-Mittelmark) wurde, wie bereits berichtet, Axel Zinke (parteilos) im Amt bestätigt.


