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23.06.2010, 19:19 Uhr | Westfälische Nachrichten - Timo Broek - Übersicht | Drucken
„Ehrenamt wird großgeschrieben !“

Ascheberg - Wie können Kommunen ihre Schulden abbauen ? Auf diese Frage versuchten der Langenfelder Bürgermeister Frank Schneider und der dortige CDU-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Brüne auf Einladung der CDU Ascheberg am Dienstag Antworten zu geben. Langenfeld hat es geschafft, seine Schulden von rund 40 Millionen Euro komplett zu tilgen.

Rainer Zahlten (v.l.), Dr. Bert Risthaus, Frank Schneider, Ludger Wobbe und Jürgen Brüne begutachten das Langenfelder Konzept zum Weg aus den Schulden.Foto: (tib)
 
Ascheberg - „Natürlich sind die Strukturen Aschebergs nicht mit denen in Langenfeld zu vergleichen, aber dennoch kann Ascheberg einige Impulse von uns mitnehmen“, so Schneider. Die Stadt mit knapp 60 000 Einwohnern hat ihr Ziel der Entschuldung durch konsequente Sparmaßnahmen und die Bündelung von Zuständigkeiten erreicht. So wurde die Hälfte der Hausmeisterstellen abgebaut. Eine Gruppe von Hausmeistern aus verschiedenen Handwerksberufen betreut nun mehrere Gebäude - ohne Qualitätseinbußen. Auch Personal in der Kommunalverwaltung wurde eingespart, Aufgaben wurden zusammengelegt. Außerdem seien die Straßen in Bürger- und Stadtstraßen aufgeteilt worden. Bürgerstraßen seien von den Anwohnern selbst zu fegen, entsprechende Abgaben entfielen, Unter dem Motto „Kehren Sie Ihre Kosten runter“ verschenkte die Stadt 1000 Besen an die Bürger.

„Aber trotz der Entschuldung: Eine Stadt darf sich nicht kaputt sparen“, mahnte er. Langenfeld habe trotz der Sparmaßnahmen stets investiert, um die Standortvorteile zu nutzen. Langenfeld habe unter den Städten vergleichbarer Größenordnung in NRW heute den niedrigsten Gewerbesteuersatz.

„Ehrenamt wird großgeschrieben ! Ehrenamt ist Pflichtaufgabe !“, lautet das Motto der Stadt. Eine Freiwilligenagentur wurde im Rathaus eingerichtet, um die Vermittlung von Ehrenamtlichen zu übernehmen. „Ein zentraler Punkt unseres Konzeptes ist die Wirtschaftsförderung. Die Unternehmen haben bei uns den Anreiz der geringen Gewerbesteuer. Und wir bündeln die Behördengänge an einem Runden Tisch“, so Schneider. Im Gegensatz zu Ascheberg profitiere der Arbeitsmarkt von den umliegenden Städten wie Düsseldorf und Leverkusen und habe daher einen Einpendlerüberschuss. Als Grund nannte er den Branchenmix der Stadt - auch international tätige Unternehmen seien zu finden.

„Viele dieser Dinge sind auch hier in Ascheberg schon ein Thema.“ so Bürgermeister Dr. Bert Risthaus. Ein solches Konzept umzusetzen sei eine langwierige Angelegenheit. „Wir werden das Defizit der Gemeinde angehen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Ludger Wobbe.


aktualisiert von Heinz Ringelkamp, 23.06.2010, 19:22 Uhr


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